Chronik
Die Chronik der Karnevalsfreunde befindet sich noch im Aufbau und wird bald erweitert!!!
1951
Gründungsmütter und -väter, Gründungsversammlungen, Gründungsdaten für Vereine - all das gibt es. Aber gibt es auch so etwas wie Gründungsworte?
Ja, eindeutig. Für die Karnevalsfreunde Bechen von 1952 e.V. lautet sie:
Et möht doch mem Deufel zojonn, wenn mer he op der Hüh nix op de Been brääten!
In kurzen Worten die Auffassung von Käthe Broichhagen. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg in die Gemeinde Bechen gekommen und hatte hier ihren Franz geheiratet. Als rheinische Frohnatur mit dem Bazillus Karnevalitis infiziert, reichten ihr die traditionellen Kostümbälle von Feuerwehr und SV Bechen nicht. Sie wollte mehr. Beim Kaffekränzchen reifte die Idee, die den Karneval in Bechen revolutionieren sollte. Mit Liesbeth Klug, Änne Kurt, Frau Nöhrig und einigen gleichgesinnten Frauen, jawohl nur Frauen, ging unsere Käthe 1951 einfach an Weiberfastnacht auf die Straße. Ausgestattet mit Kochpottdeckeln, die sie scheppern ließen, kostümiert mit alten Sachen, die sich gerade so fanden und voller Tatendrang "etwas los zu machen" brachten sie Karnevalsspektakel auf Bechens Straßen. Ein alter Kinderwagen, darauf ein umgedrehter alter Wasserkessel, der mit einem Kochlöffel bearbeitet wurde - fertig war die Trumm. Ein erster kleiner Zug - natürlich unangemeldet und ungenehmigt. Heute nicht vorstellbar. Die Zeit des stillen Karnevals der Jahre 1945 bis 1949 sollte für das kleine Bechen mit diesem Tag vorbei sein. Auch für Käthe und ihre Mitstreiterinnen.
1952
Die Damen trafen sich weiter zum Kaffeklatsch. Den Bazillus Karnevalitis unverändert stark im Körper wollten Käthe und ihre "Weiber" im Jahre 1952 einen organisierten Zug "op die Been" bringen. Ein Trägerverein wurde gegründet. Das war die Geburtsstunde der KARNEVALSFREUNDE BECHEN von 1952 e. V.
Die Frauen malten Plakate, die Christian Weiden am Sonntag zur Frühmesse an die Bäume klebte. Bis zum Hochamt abgerissen, klebten nach dem Hochamt an der selben Stelle neue. So leicht lassen sich Bechener Frauen nicht entmutigen! Mund-zu-Mund-Propaganda tat ihr Übriges. Manfred Prinz musste mit der alten HJ-Fanfare auf die Straße und das Ereigniss ankündigen, das sich ab 13 Uhr in Bechen zum zweiten Mal absppielte. Viele waren es nicht, die mitmachten. Doch die, die dabei waren, hatten vill Spass an d'r Freud. Der offiziell angemeldete Zug hatte schon einen Fahnenschwenker zu bieten. Auch eine Musikkapelle war dabei. Die ersten Kamellen flogen durch Bechen. Der Zug löste sich auf, wo er begonnen hatte - bei Prinz. Dort fand zu dieser Zeit eine Gemeinderatssitzung statt. Die haben die "Weiber" respektlos gestürmt - es war schließlich ihr Tag. Überflüssig zu erwähnen, dass die Sitzung für diesen Tag geschlossen wurde. Abends wurde weiter gefeiert - Feuerwehrball im Saale Koch. Heute das Vereinslokal der Karnevalsfreunde, die Gaststätte "Z u r E r h o l u n g".
1953
Aus dem damaligen Kaffeekränzchen war ein Organisationskomitee geworden. Käthe Eyberg, Maria Tillmann, Anna Schnepper, Christel Pütz und natürlich Käthe Broichhagen. Bechen hatte Notiz von ihnen genommen, einige hatten sich von ihrer Freude anstecken lassen. Für den dritten Zug - keine Fragemehr, dass es ihn geben würde - musste endlich ein Karnevalswagen her! Auch seinen Höhepunkt sollte der nächste Zug haben - einen Prinzen! Das klang folgerichtig und setzte Energien frei. Es wurden mit einer Hausliste gesammelt. Es sollte wieder eine Musikkapelle verpflichtet werden. Auch Bonbons uns Apfelsinen als Wurfmaterial sollten her. 76 DM wurden an Spenden zusammen getragen. Die Begeisterung wuchs allmählich. In diesem Jahr wurden Wurfzettel gedruckt und verteilt. Am 12. Februar 1953 grüßte Franz Broichhagen und Käthe Funk als erstes Prinzenpaar von einem Wagen. Noch nicht im stolzen Kostümen, dafür aber prächtig gelaunt und majestätisch winkend. Der Zug wurde zum erträumten erfolg. Zum ersten mal berichtete die Presse! Am Ende des Zuges trafen die Akteurinnen wieder auf den Gemeinderat, der wieder am Weiberfastnachtstag seine Sitzung abhielt. Hatte den Herren der "Überfall" der jecken Weiber so gut gefallen, dass sie dies noch einmal erleben wollten? Oder hatten sie nicht damit gerechnet, dass die Weiber on Bechen so beständig sein konnten, wenn sie sich erst einmal etwas in ihre Köpfe gesetzt hatten? Danach jedenfalls hat an diesem Tag nie wieder eine Gemeinderatssitzung in Bechen stattgefunden.
1954
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